Wanderausstellung „D.i.D.“ in Teheran

gmp ∙ Architekten von Gerkan, Marg und Partner

Fotos der Ausstellung: Marcus Bredt

Designing in Dialogue
Internationale Wanderausstellung von gmp gastiert in Teheran

Seit 2011 hat die internationale Wanderausstellung „Designing in Dialogue. The Architecture of von Gerkan, Marg and Partners“, später dann „Designing in Dialogue. Architectual Answers“ (D.i.D.) die halbe Welt bereist; von Ho-Chi-Minh-Stadt und Hanoi über Santiago de Chile, Rio de Janeiro, Shanghai bis ins Chinesischen Nationalmuseum Peking.

Die Werkausstellung, die auf qualitativ hochwertigen Darstellung realisierter Projekte und einem prägnanten themenbezogenen Farbcode basiert, hat sich über die Jahre weiterentwickelt und den aktuellen architektonischen Diskurs mit einbezogen.

Derzeit wird „D.i.D.“ in Teheran gezeigt; nicht nur die erste Station in Vorderasien, auch eine Begegnung mit einem neuen Kulturkreis; nicht nur aus sprachlicher sondern auch aus typografischer Sicht Neuland: die gestalterische Integration einer Schrift, die im Kaligrafischen Ihren höchsten Ausdruck hat und sich in dieser Form neben der Akzidenz Grotesk behaupten muss, stellten eine besondere Herausforderung dar. Das Aufeinandertreffen zweier unterschiedlicher Leserichtungen und die Folgen für ein Layout, das tendenziell rechtsbündig funktioniert, war ein besonderer Umstand, auf den wir uns schnell eingestellt hatten. Wesentlich schwerer taten wir uns mit der generellen Rolle der Schriftform.

Es gibt im Iran eine Vielzahl zeitgenössischer Grafik Designer und Typographen, die sich mit Ihrer Schrift und Sprache auf eine Art auseinander setzen, die direkte Parallelen zu unserer Kulturgeschichte aufweisen; dass es z.B. Fonts für Farsi gibt, die auf der Gestaltungsidee der Helvetica – Schwung, Strichstärke und Formgebung – basieren, hat uns zu Anfang „in die Irre“ geführt. Denn je anspruchsvoller der Text oder die Textstruktur (Fachliteratur, Gedicht bis zu religiösen Texten), um so mehr wird auf die kalligrafische Qualität, den Strich, die Neigung und das Zierrat geachtet; und so mussten unsere ersten Entwürfe, getragen von der Hoffnung, der „westlichen Grotesk“ einen angemessenen – ja sogar modernen – Partner zu Seite zu stellen, scheitern.

Nachdem wir nicht nur einmal „Hmmm, erinnert mich an unsere Schulbücher, die wir als Kinder bekamen…“ hörten, mussten wir Umdenken (und Akzeptieren) — eine wichtige Erfahrung und ein gelungenes Ergebnis interkuturellen Austausches.

www.designing-in-dialogue.com

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